Let’s Plays – der ultimative Guide

Let’s Plays sind ein Videoformat, das sich in der Gaming-Community auf YouTube und Twitch großer Beliebtheit erfreut. Beim Let’s Play geht es nicht im Vordergrund darum, das Spiel durchzuspielen, sondern um das Spielerlebnis selbst. Das Let’s Play wird dabei sehr oft begleitend kommentiert, was dem Video einen unterhaltenden Charakter verleiht. Oft ist den Zuschauern die Moderation sogar wichtiger als das Spiel. Das heißt, viele schauen sich diese Videos alleine deswegen an, um sich den Reaktionen des Spielenden unterhalten zu lassen.

Es gibt zwei Variationen: 

  1. Das Format Let’s Play Together, was mindestens zwei Parteien moderieren und
  2. das blinde Let’s Play, in dem die Spielenden das Game zum allerersten Mal spielen und so keine Ahnung haben, was sie erwartet. Das kann Let’s Plays spannender machen, weil die Player instinktiv reagieren.

​Der Begriff Let's Play kam als erstes auf der Website Something Awful im Jahre 2006 auf. Dort wurden Screenshots mit Kommentaren des Spielverlaufs gepostet. Andere Forenmitglieder konnten so Tipps geben, Fragen stellen und sagen, wie der Spieler weitermachen sollte. Das erste Let’s Play als Videoformat hat ein Something-Awful-User namens Michael Sawyer am 5. Januar 2007 gestartet.

Innerhalb weniger Jahre hat sich YouTube zur Hauptplattform für Let’s Plays entwickelt. Auch heute finden dort noch viele Let's Plays statt. Für jedes Land und Game gibt es Let’s Plays – das macht sie zu etwas ganz Besonderem. Let’s Plays haben PewDiePie zum größten alleinstehenden Youtuber der Welt gemacht.

Auch im deutschsprachigen Bereich gibt es einige sehr bekannte Let’s Player. Gronkh mit 4,8 Mio. Abonnenten auf YouTube und fast 1 Mio. Followern auf Twitch. PietSmiet kommt auf 2,3 Mio. und Sarazar auf 1,9 Mio. YouTube-Abonnenten.

​Software für Let's Plays

Um Let’s Plays aufzunehmen, sind drei Programme notwendig: das Aufnahmeprogramm, das Videoschnittprogramm und natürlich das Spiel. Beliebte Aufnahmeprogramme sind Fraps, FBX und OBS (Open Broadcast Studio). Fraps und FBX eignen sich perfekt für den Einsteiger. Ambitionierter ist OBS, das deutlich mehr Funktionen (z. B. auch das Streaming) bietet.

Für die Videonachbearbeitung ist keine professionelle Software für 500 € und mehr nötig. Es gibt heutzutage kostenlose Profiprogramme, die nur wenige Einschränkungen haben. Für den Let's Player macht das keinen Unterschied, denn er braucht keine professionelle Farbkorrektur oder Hollywood-Filmeffekte – obwohl beides mit den empfohlenen Programmen kostenlos möglich ist.

Beliebte und völlig kostenlose Videoschnittprogramme mit professionellem Funktionsumfang sind

  1. HITFILM EXPRESS und

  2. Davinci Resolve.

Beide Programme laufen auf MAC und Windows.

Zum Schluss braucht es gute Games. Clients wie Steam oder Epic Games bieten viele Let’s Play-geeignete Spiele zum Verkauf an. Bei legitimen Drittanbietern wie MMOGA lässt sich oft beim Erwerb von Gamekeys eine Menge Geld sparen. Nach dem Kauf schickt der Drittanbieter den digitalen Code für das gekaufte Spiel per E-Mail zu. Damit lässt sich das Spiel im jeweiligen Store aktivieren.

Wichtig: Manche Spiele gibt es nicht nur in einem Store. Merke dir, für welchen Store der Key gilt.

​Hardware für Let's Plays

Je nach Spiel und gewünschter Detailstufe im Game ist es empfehlenswert das Spielen und die Aufnahme hardwaretechnisch voneinander zu trennen. Idealerweise findet das Spiel auf einem PC statt und die Aufnahme auf einem zweiten. Beispielsweise liefert eine GTX 1060 bei Overwatch 200 FPS mit mittleren Details. Mit vielen Details (z. B. Anti Aliasing, Post Processing und Textur-Rendering) aktiviert, sinkt die Framerate jedoch unter 60 FPS und macht somit das Spiel (fast) unspielbar. Wer jetzt noch mit OBS aufnimmt, der halbiert die Leistung wieder um rund 50 %. Für Spielen und Aufnehmen gleichzeitig, ist also entweder Monsterhardware notwendig oder aber ein Zweigeräteansatz unumgänglich.

Um dieses Problem in den Griff zu bekommen, gibt es zwei Lösungsansätze.

  1. Eine bessere Grafikkarte liefert mehr FPS, sodass auch bei der Aufnahme mit hohen Details genügend Leistung übrig bleibt, die Aufnahme flüssig bleibt und diese nicht das Gameplay stört. Dennoch ist zu bedenken, dass einige Spiele, z. B. Battlefield 5 mit maximalen Details und aktiviertem Raytracing, gerade einmal 60 FPS mit einer RTX 2080 erreichen und das auch nur, wenn in der Szene nicht allzu viel passiert. Weiter unten haben wir dazu auch ein Lösung.

  2. Wer kein Geld für eine teure Grafikkarte ausgeben möchte, kauft sich eine Capturekarte. Diese Karte (USB-Stick oder PCIe-Karte) nimmt das Gameplay auf und beansprucht Leistung von CPU und Grafikkarten nur minimal. Mit einer Capturekarte lassen sich viele der anspruchsvollen Titel auch mit einer etwas schwächeren Grafikkarte spielen und flüssig aufnehmen. Capturekarten für USB als auch PCIe sind schon ab ca. 180 € auf Amazon erhältlich. Wenn du viel unterwegs bist, empfiehlt es sich, eine externe Capturekarte wie die Elgato Game Capture HD60 S auf Amazon zu kaufen. Doch wem das nicht wichtig ist, kauft sich die Elgato-Karte für den PCIe Slot. Diese Karte liefert 60 FPS bei 1080p und h.264 Kodierung bei minimaler CPU Belastung.

Wie viel CPU-Leistung braucht der Let's Player?

Grafikkarten hin oder her. Für die Aufnahme ist (noch) die CPU-Leistung ausschlaggebend. Daher empfiehlt sich wenigstens eine CPU mit sechs Kernen.

Manche Programme (z. B. OBS) nutzen heute schon ein experimentelles Feature, das die Grafikkarte zum Rendern der Bilder verwendet. Diese Features sind aktuell noch nicht 100 % stabil. Daher lieber in eine gute CPU investieren.

Weitere Hardware für Let's Plays

Außerhalb des Computergehäuses braucht es für die Produktion von anschaulichen Let’s Plays auf jeden Fall ein gutes, externes Mikrofon oder ein Headset mit einem qualitativ hochwertigen Mikrofon. Klare Sprache ist oft wichtiger, als ein gutes Bild. Natürlich sollte beides optimal sein.

Ein gutes Starter-Mikrofon ist das BOYA BY-PVM1000 Pro für nur 70 €. Bei diesem Mikrofon muss nicht so extrem auf den Raum geachtet werden, weil es ein sogenanntes Shotgun-Mikrofon ist. Solche Mikrofone nehmen nur einen bestimmten Bereich vor sich auf und nicht in einem 360 Grad Winkel wie viele andere Mikrofone. Wer sich weniger Sorgen um das Budget machen muss, legt sich das Logitech G Pro Gaming Headset zu. Bei einem Preis von rund 250 € (manchmal ist es für unter 190 € im Angebot) bietet dieses Mikrofon eine direkte USB-Verbindung. Das heißt: Plug and Record bei einem absoluten Spitzensound in dieser Preisklasse.

Headsets eignen sich genauso gut für die Aufnahme. Sie haben zusätzlich den Vorteil, dass sie immer in der gleichen Nähe zum Mund sind und die Lautstärke so immer gleich bleibt. Headsets wie das Logi​​tech G Pro Gaming Headset bieten einen guten Sound und ein gutes Mikrofon für knapp 80 €.

Eine besonders vorteilhafte Lösung ist das RØDE Wirele​​ss Go. Es lässt sich kabellos mit der Kamera verbinden. Das Set besteht aus einem Sender und Empfänger. Der Sender hat ein Mikrofon eingebaut und man kann ihn so an das Hemd clippen, ohne dass die Zuschauer es sehen. Alternativ lässt sich auch ein andere Lavaliermikrofon an den Sender anschließen, sodass sich die Mikrofoneinheit noch besser verstecken lässt. Die Kosten ohne zusätzliches Mikrofon belaufen sich auf etwas unter 250 €. Natürlich müssen vor der Aufnahme immer sichergestellt sein, dass die eingebauten Batterien aufgeladen sind. Einmal aufgeladen halten sie mehr als drei bis vier Stunden.

Wer es noch eine Stufe höher nehmen möchte, kann eine Kamera als Facecam nutzen. Doch das empfiehlt sich für dich, wenn du als Let’s Player ernst genommen werden möchtest. Es gibt auf dem Markt gute Facecams für Einsteiger von logitech, die für den Preis eine gutes Bild liefern. Doch die Leistung wird nicht mit der, eines Profi-Streamers mithalten. Die benutzen Kamera-Setups im vier- und fünfstelligen Eurobereich. Eine Spitzenkamera, die Profiansprüchen genügt und mit 1.000 € gerade noch bezahlbar ist: Blackmagic Design Micro Cinema Camera. An dieser Kamera findet sich der vor allem wichtige Clean-HDMI-Out, der notwendig ist, um ein sauberes Signal an die Capture-Karte zu schicken.

Als Let’s Player bekannt werden

Die wichtigste Regel: der Content muss stimmen! Keiner schaut sich Let’s Plays an, wenn die Auflösung nicht stimmt oder der Sound zu leise bzw. übersteuert ist. In den meisten Fällen werden Zuschauer einfach zum nächsten Video wechseln. Auf Youtube gibt es mittlerweile zu jedem erdenklichen Spiel Let’s Plays. Das ist eine gute Sache, denn es zeigt, dass die Community ein Interesse daran zeigt. Auch wenn die Konkurrenz groß ist, so ist auch die Nachfrage gigantisch. Außerdem helfen ähnliche Videos auf Youtube dabei, deine Videos vorzuschlagen. Damit der Youtube-Algorithmus deine Videos vorschlägt, muss er deinen Kanal als relevant erachten. Das lässt sich erreichen, in dem du genügend Content auf dem eigenen Kanal veröffentlichst.

Sobald die ersten Zuschauer dem Kanal regelmäßig folgen, geht es darum, mit ihnen eine Beziehung aufbauen. Erstelle Videos, nach denen die Zuschauer fragen. Wenn du das hinkriegst, werden die Abonnenten mit einer großen Wahrscheinlichkeit dem Kanal weiter folgen und regelmäßig die Videos gucken. Einen steigendes Wachstum lässt sich nur viel Geduld erreichen. Regelmäßiges Publizieren von Let's Plays ist die absolute Grundvoraussetzung.

Mit Let’s Plays Geld verdienen

Mit Let’s Plays lässt sich auch heute noch Geld verdienen. Dein erstes Ziel sollte sein, eine konstante Zuschauer-Basis aufzubauen. Als Anfänger solltest du nicht nur nach dem Geld verdienen streben. Deine Zuschauer müssen deine Leidenschaft spüren können. Wenn du diese ausstrahlen kannst, dann gibt es auf Youtube zwei Möglichkeiten Geld zu verdienen:

Monetarisierung der Videos mit Werbung

Die Monetarisierung von Videos ist der einfachere Weg Geld zu verdienen. So fangen fast alle Youtuber an. An der Werbung mitten im Video verdienen Youtuber, aber nur, wenn die Werbung bis zum Ende läuft.

Sponsoren

Um an Sponsoren zu kommen, brauchst du eine stabile Zuschauerquote. Das Ziel der Sponsoren ist es, mit Werbung in deinem Kanal, die eigenen Produkte zu verkaufen. Wichtig hierbei ist es, dass du hinter den vorgestellten Produkte stehen kannst, die du z. B. in Videos empfiehlst. Das Vertrauen deiner Zuschauer ist deutlich wichtiger als einen schnellen Euro zu verdienen.

Weitere Möglichkeiten, um mit ​Zocken Geld zu verdienen, sind in diesem Beitrag beschrieben.​

Let’s Plays streamen

Um einen Stream zu starten brauchst du einen Stream-Key. Dieser Key muss in den Einstellungen unter der Kategorie Stream in das Feld kopiert werden. Direkt unter diesem Feld steht ein Link der dich zu Twitch weiterleitet. Nach der Anmeldung lässt sich der Code einfach kopieren. Diesen Code auf keinen Fall teilen, da der Schlüssel nur auf deinen Twitch-Kanal zutrifft. Wenn der Code im richtigen Feld ist, kann es auch schon losgehen. Wenn jetzt der „Stream starten“ Button gedrückt wird, ist der Livestream auf deinem Twitch-Channel zu sehen.

Streaming hat ein paar Vor- und Nachteile – hier die wichtigsten:

  1. Wenn du deine Let’s Plays streamen möchtest, brauchst du dir keine Sorgen um die Nachbearbeitung machen. Falls du einen Moment aus deinem Stream festhalten möchtest und ihn für andere Zuschauer zur Verfügung stellen willst, können Clips, die einen Teil des Livestreams enthalten, hochgeladen werden. Diese Clips verhalten sich dann genau wie normale Videos auf Youtube. Youtube veröffentlicht die Live-Übertragung automatisch auf deinem Kanal.

  1. Im Live-Chat fällt ist es für Streamer und Zuschauer viel einfacher miteinander zu kommunizieren. Dass heißt, das der Streamer nicht auf Tipps in den Kommentaren warten muss, sondern direkt die Viewer fragen kann. Wenn Zuschauer eine Frage haben, kann der Streamer diese Frage ganz einfach beantworten und so in den Dialog treten.

  1. In einem Livestream ist es schwer möglich, dass der Streamer seine Reaktionen fälscht. Das macht es um einiges spannender.

Nachteile

  1. Als Livestreamer ist es schwerer, eine konstante Zuschauerquote aufrecht zu halten. Das liegt höheren Erwartungshaltungen der Zuschauern. Ein Kanal hat zwar 100 Follower aber nur eine konstante Viewer-Basis von 10. Einen Livestream können sich Follower bei Bedarf anschauen. Sie müssen einschalten, wenn du gerade streamst. Um das zu vermeiden, empfiehlt es sich, regelmäßig Clips hochzuladen, damit die restlichen Follower einen Grund zum Folgen haben.

  1. Eine gute Liveübertragung erfordert anfangs mehr Geld und Zeit als ein gutes Video. Der Computer muss für das Streamen schnell genug sein. Das schränkt viele Anfänger ab.

  1. Ein flüssiger Stream braucht eine stabile Bandbreite. Wenn die Bandbreite in deinem Haushalt geteilt wird, kann das manchmal zu Verbindungsproblemen führen. Es reicht, dass auf einmal ein Familienmitglied auf Netflix streamt und schon ruckelt dein Stream. Wenn der Livestream nicht zuverlässig läuft, wirst du Zuschauer verlieren. Wenn der Streamer dann auch noch ein kompetitives Spiel wie CS:GO oder League of Legends streamt, kann das Spielerlebnis für den Zuschauer ziemlich schlecht werden. Das kann zu störenden Verzögerungen führen. Daher empfiehlt es sich, nach Möglichkeit eine private Verbindung zuzulegen. Das ist zwar mit zusätzlichen Kosten verbunden, damit erkauft man sich allerdings viel Streamingsicherheit.

Streaming Soft- und Hardware

Es wird nicht viel Software für den Stream benötigt. Eine Aufnahme-Programm was das streamen unterstützt und natürlich das Spiel. Für das Aufnahme-Programm ist OBS mehr als genügend.

Die Hardware für einen Stream unterscheidet sich nicht maßgeblich. Der Computer braucht eine CPU und eine Grafikkarte. Doch die Grafikkarte wird bei einem Stream im Vergleich zu einer normalen OBS Aufnahme stärker beansprucht. Deswegen nutzen die erfolgreiche Streamer zwei Computer für den Prozess.

Computer A übernimmt das Rendern des Gameplays.

Computer B übernimmt die Aufnahme und das „Streamen“ der Daten. Das HDMI-Signal wird mit einem handelsüblichen HDMI-Splitter aufgeteilt.

  • HDMI 1 geht wie gewohnt in den Gaming-Monitor. Auf diesem Monitor läuft das Spiel bei unbegrenzter Framerate.

  • HDMI 2 geht in die Capture-Card. Diese sendet das Signal auf den zweiten Monitor, und streamt mit 1080p 60 FPS an den Server.

Es ist aber möglich von nur einem Rechner zu streamen, dann aber nur mit Games, die die Hardware nicht so stark beanspruchen oder aber mit sehr geringen Grafikeinstellungen.

Hardware für noch besseres Streaming

  1. Elgato Stream Deck

Mit dem Elgato Stream Deck gibt es die Möglichkeit, verschiedene Funktionen auf Makro-Keys zu legen, wie zum Beispiel ein Szenenwechsel. Dieses Board erspart einem einige Klicks mit der Maus, um nur die Szene zu wechseln.

  

  1. Dritter Monitor

Ein dritter Monitor macht das Streamen einfacher, da es einem erlaubt, mehrere Tabs offen zu haben, ohne die ganze Zeit das Fenster zu wechseln. Wie auch bei dem Stream Deck; nicht nötig aber hilfreich.

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Stefan
 

Stefan ist leidenschaftlicher Gamer seit 2007 und hat früher tausende von Stunden in Games wie World of Warcraft, Starcraft 2 oder League of Legends verbracht. Mit zockergear.de hilft er Gamern, das richtige Equipment zum Zocken zu finden.

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